Stress lass nach

  • Eine Umfrage hat ergeben, dass jeder dritte Österreicher meint, dass er unter Stress am Arbeitsplatz leidet.
  • 31% aller Krankenstände lassen sich laut Statistik der Sozialversicherungen Österreichs auf psychischen Stress am Arbeitsplatz zurückführen.
  • Die ärztliche Verschreibung von Psychopharmaka ist um 25% gestiegen, in nur 5 Jahren.
  • Eu-weit sind 50-60% aller Krankenstände auf Stress zurückzuführen.
  • Durchschnittliche Dauer der Krankenstände bei Stress 31 Tage.

Die EU schätzt, dass über 41 Millionen Europäer von Stress am Arbeitsplatz betroffen sind, was jedes Jahr zu Millionen von Krankheitstagen und Einkommensverlusten führt. Unkenntnis der Unternehmen über die effiziente und stressfreie Organisation der Arbeit ist häufig die Ursache für ernste Stressprobleme – denn Stress ist genau das Gegenteil von Effizienz. Ständiger Stress beeinträchtigt das Urteilsvermögen der Mitarbeiter und ihre Fähigkeit zur Lösung von Problemen. Dies wiederum bringt ein erhöhtes Risiko von Krankheiten und Fehlzeiten mit sich.

Mit der Annahme der Sozialagenda hat der Europäische Rat von Nizza den Stress am Arbeitsplatz als eines der neuen Probleme im Arbeitsumfeld anerkannt, dem man mit geeigneten Maßnahmen wie dem Versuch der Definition von Standards sowie einem Austausch von Erfahrungen und besten Praktiken begegnen muss. Stress am Arbeitsplatz wird ein Kernelement der europäischen Strategie zur Erhöhung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz darstellen. Aus diesem Grund hat die EU den Stress am Arbeitsplatz zum zentralen Thema der Europäischen Woche für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2002 gemacht.

 

Die Folgen von Stress

Auf dem schnelllebigen modernen Arbeitsmarkt, der den Unternehmen helfen muss, im intensiven internationalen Wettbewerb zu bestehen, ist es schwierig, Stress völlig zu vermeiden.

Aber kurze Stressphasen – z. B., um einen Termin einzuhalten – sind kein Problem. Ganz im Gegenteil, er kann die Mitarbeiter zu Höchstleistungen anspornen. Die größte Gefahr für Sicherheit und Gesundheit stellen längere Stressperioden oder chronischer Stress dar. Dieser kann bestimmte körperliche und geistige Gesundheitsschäden verursachen.

Die Forschung weist auf ein erhöhtes Risiko für eine Reihe von gesundheitlichen Schäden hin, wie Schlafstörungen, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Stress kann auch tödliche Unfälle verursachen. Neuere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass einer der Faktoren zur Beeinflussung des Ausmaßes und der Stärke von Stress persönliche und psychologische Methoden zur Bewältigung der Herausforderungen am Arbeitsplatz sein könnten.

Aufgrund der Meldepflicht für berufsbedingte Geisteserkrankungen und der regelmäßigen nationalen Untersuchungen zum Arbeitsumfeld und dem Gesundheitszustand der Erwerbstätigen zeigt sich in Dänemark, dass eine Reihe von Sektoren überproportional von Stressproblemen betroffen sind. Dies gilt z. B. für Sektoren wie die häuslichen Pflegedienste, Büroarbeit und die Schwerindustrie. Dies bedeutet, dass die Probleme, die von stressgeplagten Mitarbeitern verursacht werden, viele verschiedene Unternehmensarten und sehr unterschiedlichen Sektoren betreffen können.

Neueren dänischen Untersuchungen zufolge, sind Aufmerksamkeit und Konzentration am Arbeitsplatz heutzutage wesentlich wichtiger geworden. Gleichzeitig zeigen die Studien auch, dass ein vergleichsweise hoher Prozentsatz der dänischen Erwerbstätigen ihren eigenen Gesundheitszustand als schlecht einstufen, und bekanntermaßen besteht in diesen Fällen ein größeres Risiko zu erkranken und aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu werden.

Somit wird es immer dringlicher, das Thema Stress und seine Ursachen anzugehen und in den Griff zu bekommen.


Burnout Symptome

Mit Burnout bezeichnet man eine persönliche Entwicklung, die zu einem Zustand der inneren Erschöpfung führt.

  • Lustlosigkeit bei der Arbeit,
  • Unzufriedenheit,
  • Resignation
  • Ärger kennzeichnen den Beginn dieser Entwicklung, die über
  • Leistungsschwankungen & -störungen,
  • Rückzug von der Umwelt,
  • unvermutete Affektdurchbrüche (Wutausbruch auf einen geringfügigen Anlass hin),
  • depressive Verstimmung
  • deutliche Resignation schließlich
  • Depression,
  • psychosomatische Störungen
  • Handlungsunfähigkeit

Die Berufstätigkeit wird als sinnlos erlebt.

Nicht selten breitet sich dieses Sinnlosigkeitserleben auf die ganze Person aus.

Bei schweren Fällen kann eine derartige Sinnkrise zum Selbstmord führen.

 

Anfälligkeit für Burnout:

Viele Betroffene weisen zwei Eigenschaften auf, die sie in hohem Ausmaß für Burnout anfällig machen.

  1. Zum einen kennzeichnet diese Personen, dass sie unrealistisch viel persönliche Anerkennung und Zuspruch durch Personen, die sie betreuen, und/oder KollegInnen/Vorgesetzte/MitarbeiterInnen erwarten. Deshalb wurde das Phänomen Burnout auch zuerst bei den Angehörigen sozialer Berufe (SozialarbeiterInnen, Krankenschwestern, BewährungshelferInnen) entdeckt und untersucht. Diese arbeiten mit einer Klientel, die in extremem Ausmaß hilfsbedürftig ist und von der in keiner Weise Anerkennung und Zuspruch zu erwarten ist. Ist jedoch das Erhalten von Anerkennung und Zuspruch ein nicht bewusstes Motiv für die Ausübung dieser Berufe, verzweifeln die Betroffenen am Mangel an wertschätzender Zuwendung seitens ihrer KlientInnen. Auch in anderen Berufen kann Anerkennung von außen Mangelware sein. Dann muss man über ein gefestigtes und realistisches Selbst verfügen, um sich in der Arbeit zu bewähren. Zum anderen weisen viele Betroffene unklare und überhöhte Ansprüche an sich selbst auf. Diese Personengruppe hat es schwer, Erfolgserlebnisse für sich zu verbuchen. Sie jagt einem unerreichbaren Ideal nach und erschöpft sich auf diese Weise.
  2. Es gibt auch Arbeitsaufträge, die nicht zu erfüllen sind. Viele Arbeitnehmer merken dies gar nicht oder erst zu spät. Hier sind vor allem Beziehungsfallen in Arbeitsaufträgen zu nennen. So eine Beziehungsfalle könnte etwa so lauten: „Zeigen Sie doch mehr Selbständigkeit bei der Arbeit.“ „Bevor Sie etwas aus der Hand geben möchte ich es aber sehen.“ Die Aufforderung zu mehr Eigenständigkeit bei der Arbeit ist unmöglich zu erfüllen, wenn gleichzeitig eine intensive persönliche Kontrolle ausgeübt wird und keine Entscheidungen getroffen werden können. Umgekehrt ist eine eigenständige Entscheidung bei der Ausführung eines Arbeitsauftrages gleichbedeutend mit einem Verstoß gegen den Auftrag, sämtliche Arbeitsergebnisse vorzulegen, bevor man sie weiter leitet.

Da man den einen Auftrag nicht erfüllen kann ohne gleichzeitig gegen den anderen zu verstoßen, geraten die Betroffenen in einen Zustand der Handlungsunfähigkeit. Apathie und Resignation können die Folgen sein.

Auch zuviel Arbeit und Arbeit, für die man nicht ausreichend qualifiziert ist, können auf die Dauer zum Burnout führen. Wenn jemand in einer derart ausweglosen Situation bleibt, stellt sich die Frage, warum er dies tut. Diese Frage zu beantworten ist der erste Schritt, den Burnout-Betroffene tun können, um ihre persönliche Situation zu verändern.

 

 

Die Schäden für die Betriebe lassen sich in vier Gruppen einteilen:

 

 

  1. Krankenstände: 31% aller Krankenstände lassen sich auf Stress zurückführen.  Mit einem Anstieg ist in Österreich zu rechnen, da Eu-weit der Anteil bei 50-60% liegt. 30 bis 50 Prozent aller Erkrankungsfälle gelten als von der Arbeit bedingt. Die „klassischen“ Berufskrankheiten bekommen Konkurrenz durch den Krankheitsfaktor Stress: Rund 30 Prozent aller Beschäftigten in der EU klagen darüber. Stress verursacht 22 Prozent aller Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen und 16 Prozent bei Männern. Bei jedem vierten Krankenstand von mehr als zwei Wochen Dauer ist der zu hohe Druck am Arbeitsplatz der Auslöser. Psychiatrische Leiden haben als Ursache für Krankenstände in den vergangenen zehn Jahren um 70 Prozent zugenommen. Zehn Prozent aller Kosten durch Krankheit sind EU-weit durch Stress verursacht, dieser Anteil beläuft sich auf 20 Milliarden Euro jährlich.
  2. Stressklagen: Noch gibt es keine Statistiken über Stressklagen in Österreich, aber Eu-weit steigen die Klagen und die Beträge, die ausgezahlt werden. Zum Beispiel in Großbritannien: Jane Witham bekam 140.000 Pfund, weil sie ihr Arbeitgeber extremem Stress ausgesetzt hat, nachdem sie aus dem Karenzurlaub zu ihrem Arbeitplatz zurückgekehrt ist. Das Worchestershire Kreisgericht hat vier Arbeitnehmern 500.000 Pfund zugesprochen, als Schadenersatz für ihren Stress. Theresa Cornway bekam 140.000, nachdem sie auf Stress am Arbeitsplatz klagte. Sie arbeitete auf Druck ihres Abteilungsleiters 70-80 Stunden in der Woche. Die Arbeiterkammer erarbeitet bereits Programme um Arbeitnehmer über Stress am Arbeitplatz zu informieren und sie vor diesem zu schützen.

  3. Gesundheit: 31% aller Krankenstände lassen sich laut Statistik der Sozialversicherungen Österreichs auf psychischen Stress am Arbeitsplatz zurückführen! Die ärztliche Verschreibung von Psychopharmaka ist um 25% gestiegen, in nur 5 Jahren! Eu-weit sind 50-60% aller Krankenstände auf Stress zurückzuführen! Durchschnittliche Dauer der Krankenstände bei Stress 31 Tage! Stress ist verantwortlich für bis zu 90% aller Krankheiten. Nur ein gesunder Arbeitnehmer ist effizient!

  4. Arbeitsunfälle: 44% aller Arbeitsunfälle lassen sich auf Stress zurückführen. Ein gestresster Arbeitnehmer gefährdet sich selbst und andere.

 

Keine Zeit zum 'Relaxen' über Stress am Arbeitsplatz

Die Kosten von Stress am Arbeitsplatz werden immer deutlicher erkennbar, je mehr wir darüber erfahren. Firmen können es sich einfach nicht mehr leisten den Stresspiegel und geistigen Zustand ihre Angestellten zu ignorieren.

Die meisten modernen Betriebe investieren substantiell in ihre Arbeitskräfte und doch tun sie wenig ihre Investitionen in guter Verfassung 'Good Repair' zu halten, um das meiste aus ihrem 'Human Capital' herauszuholen.

Firmen geben große Summen aus für neue Technologien und Marketing Strategien, aber oft wird nur alibihalber investiert um Angestellten Stressvermeidung und Stressmanagement zu lehren. Ein 1-2 Stunden Seminar kann keine anhaltende Wirkung haben, nach einer Woche ist alles beim Alten.

Mit dem Anstieg der Globalisierung steigt die Konkurrenz in der gesamten Marktwirtschaft. Unsere Gesellschaft scheint darauf zu reagieren, indem sozialen Leistungen gekürzt werden und die Arbeitszeit verlängert wird. Außerdem steigen Mieten und Immobilienpreise, es kommt zu einer Dezentralisierung der Städte und die Anfahrtzeiten zum Arbeitplatz werden immer länger. All diese Faktoren führen zu einer Abnahme der zur Verfügungstehenden Zeit für Stressmindernde Maßnahmen.

 

Yoga lehrt uns, wie wir unsere Stressaufnahme verringert und unsere Fähigkeiten und Bereitschaft zum Entspannen erhöhen.

 


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