Der Ursprung von Yoga

In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden im Industal Ruinen einer antiken Stadt gefunden. Da die frühen Archäologen in erster Linie Schatzsucher waren, und keine Paläste, Kultstätten, Gräber mit kostbaren Grabbeigaben, Kultgegenständen, Reichtümern gefunden hat, wurde die Grabung aufgegeben und geriet in Vergessenheit.

Erst zu Beginn der siebziger  Jahre des vorigen Jahrhunderts, als sich das Interesse der Archäologie mehr und mehr in Richtung Geschichte und Kulturentwicklung verlagerte, und die großen Grabungen in Griechenland und Ägypten abgeschlossen waren, besinnte man sich der Ruinen im Industal. Wieder wurden keine Reichtümer, Palastanlagen, Verteidigungsanlagen, Gräber gefunden. Gefunden wurden etwa 100.000 gleich große Wohnungen  mit fließendem Wasser. Man datierte diese antike Stadt mit 3000 vor Christus. Als in Griechenland und Ägypten erst die ersten kulturellen Schritte gewagt wurden, scheint es im Industal bereits ziemlich modern, demokratisch, friedvoll, emanzipiert zugegangen zu sein.

 

Außerdem wurden Reliefs von äußerst komplizierten Yoga-Positionen gefunden,wie zum Beispiel Mulasana.
Dies ist eindeutig der Nachweis, dass Yoga bereits vor 5000 Jahren auf einer sehr hohen Entwicklungsstufe stand, da diese Position äußerste Konzentration und langer Übung bedarf. Diese Position kann heute niemand mehr. Der letzte, der sie ausführen konnte war der Lehrer und Vater meiner Lehrer  Shri A.G. Mohan und Shri T.K.V. Desikachar, Shri T. Krishnamacharya.

Foto: Samkhya Yoga Sikhamani, Vedanta Vageesa, Veda Kesari Nyayacharya Mimamsa Tittha, Mimamsa Ratna, Yogacharya Shri T. Krishnamacharya in Mulasana. Die Titel vor T. Krishnamacharya sind wie unsere Doktortitel. Er war somit 6-facher Doktor. Er studiert bis zu seinem 46. Lebensjahr und wurde 102 Jahre alt.

Schon früh hat man sich gewundert, warum der Mensch immer wieder in Bedrängnis gerät, selbst wenn alles in Ordnung scheint, das Überleben gesichert ist und keine Gefahr droht, scheinen wir immer wieder in Probleme zu geraten.
Der menschliche Geist und seine Art Informationen zu verarbeiten, diese zu speichern, sie bei Bedarf oder Unbedarft hervorzuholen, und auf sie zu reagieren, wurden als Ursache für dieses Phänomen des immer wieder aufkommenden Leidens erkannt. So begann man sich für den menschlichen Geist und seine Natur zu interessieren.
Schon die Veden erklären und beschreiben Yoga als den besten Weg zu geistiger Ruhe. Mehr detailliert und spezifisch beschäftigt sich der Schreiber der Bhagvad Gita mit Yoga als Weg zu geistiger Emanzipation. Später nahm sich Patanjali dieser Problematik an und komprimierte Vedas und Bhagavad Gita zur Yoga Sutra.
Patanjali (Sanskrit: "offene Lotusblüte", Handgeste des Empfangen, der Opferung und der Hingabe- Patanjali Mudra) war ein indischer Gelehrter, der die heute noch vollständig erhaltene Yoga-Sutra verfasst hat.
Ursprünglich wurde die Sutra nur oral weitergegeben, erst relativ spät wurde sie schriftlich niedergelegt. Über das Leben von Patanjali ist jedoch nichts bekannt, auch nicht wann er genau gelebt hat. Das Werk wird allgemein mit dem 4/5 Jhd v. Chr. datiert. Da es damals kein Copy Right gab, waren die Verfasser nicht so sehr bestrebt ihren Namen dem Werk aufzuprägen. Er wurde Patanjali genannt, weil er das Wissen von seinen Lehrern empfangen hat und es jetzt weitergibt, daher Patanjali, die offene Lotusblüte.
Sutra bedeutet "Faden". Die Yoga-Sutra ist also gewissermaßen ein Leitfaden für Yoga, die anders als die Bhagavadgita keine Rahmenhandlung besitzt. Die Yoga-Sutra von Patanjali besteht aus 195 Versen, in denen in hochkonzentrierter Form die Essenz des Yoga-Weges gebündelt ist.
Die Philosophie der Yoga Sutra ist universell anwendbar und wird von keiner anderen Philosophie widerlegt oder konkurriert mit anderen. Alle in der Yoga Sutra dargestellten Philosophien werden von anderen Philosophien/Religionen/Wertvorstellungen anerkannt.
Die Yoga Sutra hilft dem interessierten Aspiranten, mit ihrer zeitlosen Modernität und universellen Herangangweise an die grundlegendensten, alle Menschen betreffenden Probleme der menschlichen Existenz, bei seiner Suche nach persönlicher Wahrheit und Vollfüllung.
Während sich die meisten Yoga Schriften mit den körperlichen, geistigen Übungen beschäftigen, beschäftigt sich die Yoga Sutra mit dem Geist und seiner Rolle in unserem Leben. Sie beschreibt wie wir geistige und emotionelle Ruhe finden können, welches die Vorteile eines solchen Geisteszustands sind und wie wir diesen Zustand aufrechterhalten können.
Es wird gesagt: „was nicht in der Yoga-Sutra enthalten ist, ist entweder nicht Yoga oder nicht wichtig“. Damit will man die universellen und essentiellen Qualitäten der Sutra beschreiben. Sie gibt vor, was Yoga ist und was kein Yoga ist. Wie man Yoga erreicht, wie man Yoga aufrecht erhält und was die Vorteile von Yoga sind.